Freitag, 14. märz 2008

schamane.jpgSchamanen sind das Bindeglied zwischen dieser und der Welt der Geister in der Glaubensrichtung des Schamanismus, die überwiegend im asiatischen Raum verbreitet ist. Der Schamane verfügt über besondere Talente, z.B. die Kommunikation und Interaktion mit Geistern, das Versetzen in einen Trance- oder Ekstasezustand oder die Seelenreise. Zudem unterstützt er die Gemeinde mit seiner Heilkunde, Ritualen, Totenbestattung, der Abwehr böser Geister, Vorhersage des Wetters, Aufspüren von Jagdwild und Traumdeutung. Zudem fällt dem Schamanen die Aufgabe der sozialen Regulierung und dem Umgang mit geistig gestörten Menschen zu. Des weiteren ist er Lehrer, Geschichtenerzähler, Sänger und Dichter und Bewahrt so das Wissen und die Gebräuche der Gemeinschaft, in der er lebt.

Die verschiedenen Tätigkeiten übt der Schamane mit Hilfe einiger niederer Geister, die in Tiergestalt auftreten, aus. Auch das Anrufen dieser Hilfsgeister bedarf bestimmter Rituale, bei der sich der Schamane oftmals selbst als Tier verkleidet. Neben bestimmten Beschwörungsformeln spielen bei den Ritualen auch Trommeln, Tabakrauch und Amulette eine bedeutende Rolle.

Auch die "Schwitzhütte" ist ein typischer Bestandteil schamanischer Rituale, besonders wenn es um den Trancezustand oder die Seelenreise geht.

Der Begriff Schamane leitet sich aus dem tungisischen saman (der Wissende ab). Zum Schamanen kann man zudem nur werden, indem andere Schamanen die Begabung in dem Menschen sehen und ihn dazu "berufen".

 

 

 


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Mittwoch, 12. märz 2008
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Die Knidische Aphrodite - oder auch Aphrodite von Knidos - ist deshalb so einzigartig, weil sie die erste lebensechte Darstellung des weiblichen Körpers in der Klassik war.  Sie wurde im 4. Jahrhundert vor Christus von dem Bildhauer Praxiteles geschaffen und ist gleichzeitig der erste Vertreter des Typs "Venus Pudica", der "schamvollen Venus".

Die lebensgroße Statue stellt die Göttin der Schönheit, Aphrodite, dar, die sich auf das rituelle Bad vorbereitet, das Ihre Jungfräulichkeit wiederherstellen soll. Die Tatsache, dass sie mit der rechten Hand ihre Scham bedeckt, kennzeichnet die Knidische Aphrodite als "Venus Pudica".

Praxiteles soll damals von der Stadt Kos beauftragt worden sein, eine Statue der Aphrodite anzufertigen. In weiser Voraussicht stellte er zwei Versionen her: eine nackte und eine vollständig angezogene. Die Bewohner von Kos wiesen die nackte Aphrodite erbost zurück und entschieden sich für die bekleidete Göttin, die leider nicht mehr erhalten ist. Einige Bürger kauften jedoch auch das nackte Abbild der Aphrodite und stellten es in einen separaten Tempel auf, in dem man die Schönheit der Statue von allen Seiten betrachten konnte.

 Schnell wurden Praxiteles und sein Werk aufgrund der freizügigen Darstellung und der außergewöhlichen Kunstfertigkeit berühmt. Einer Legende nach soll sogar Aphrodite selbst gefragt haben "Wo hat Praxiteles mich denn nackt gesehen?"
Einem anderen Gerücht zu Folge soll sich ein junger Mann einst mit der Statue zusammen im Tempel eingeschlossen und versucht haben, mit ihr zu verkehren... Ein verräterischer Fleck am Oberschenkel der Aphrodite schürte das Feuer um dieses Gerücht noch weiter.

Das Original der Knidischen Aphrodite ist leider nicht mehr erhalten, getreue Nachbildungen kann man aber in den Vatikanischen Museen, eine Replik des Kopfes im Louvre und ein Modell des Tempels findet sich in der Hadriansvilla in Tivoli.


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Mittwoch, 12. märz 2008
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Ausgestorbene Tierarten Teil 1
"Der Beutelwolf"

Meine traurige Liste der mittlerweile ausgestorbenen Tierarten beginnt mit dem australischen Beutelwolf. Diese zu den Beutelsäugern gehörende Art wird auch Beuteltiger, Tasmanischer Wolf oder Tasmanischer Tiger genannt und war mit einer Körperlänge von 85 bis 130 cm und einer Schulterhöhe von 60 cm das größte fleischfressende Beuteltier in Australien. Vom äußeren Erscheinungsbild her ähnelten Beutelwölfe eher Hunden, charakteristisch waren die dunklen Querstreifen am Ende des Körpers.

Auch ihr Gebiss mit langen Eckzähnen und scharfen Backenzähnen, dass sie bis zu 90 Grad aufklappen konnten, erinnert eher an Hunde. Damit waren die Beutelwölfe auch ein perfektes Beispiel für die konvergente Evolution: hierbei entwickeln Arten, die nicht miteinander verwand sind, ähnliche Merkmale.

Der zahme Beutelwolf lebte in offenen Wald- und Graslandschaften Australiens und wurde dann durch den Menschen immer mehr in den Wald zurückgedrängt. Meist war er als Einzelgänger, nur beim Jagen als Paar oder in einem Rudel unterwegs. Seine Beute - überwiegend kleine Kängurus, Kaninchen und Vögel - erlegte er entweder indem er sie verfolgte, bis sie schwach genug war, oder indem er sich hinterrücks anschlich und mit einem einzigen Biss tötete. Berichten zufolge richtete er sich manchmal sogar auf seine Hinterbeine auf und benutzte dabei den etwa 65 cm langen Schwanz als Stütze.

Typisch für Beuteltiere trugen weibliche Beutelwölfe ihre zwei bis vier Jungtiere pro Wurf drei Monate lang in ihrem Beutel herum, danach blieben die Jungen noch bis zu einem Jahr bei ihrem Muttertier.

Die Ausrottung der Beutelwölfe begann etwa 1830. Nachdem Schafe auf Australien eingeführt wurden stand der Beutelwolf schnell unter Verdacht, das Vieh zu reißen. Heute weiss man allerdings, dass für die Tötung der Schafe verwilderte Haushunde verantwortlich waren. Die Regierung setzte eine Belohnung von 25 Cent auf jeden Beutelwolf aus und die Jagd machte nicht halt, bis die Tiere 1910 als selten galten. Tiergärten auf der ganzen Welt sammelten Beutelwölfe und versuchten sie zu züchten - ergebnislos.

Der letzte Beutelwolf der Welt - ein Weibchen - starb am 7. September 1936 im Beaumaris Zoo in Tasmanien.

wolf2.jpg

 


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Dienstag, 11. märz 2008
kapelle.jpg




Die sixtinische Kapelle, oder "cappella sistina ", wie sie in der Landessprache genannt wird, befindet sich im Vatikan in Rom. Sie wurde zwischen 1475 und 1483 nach den Plänen von Baccio Pontelli unter dem Papst Sixtus IV erbaut, der der Kapelle seinen Namen gab. Der Grundriss der sixtinischen Kapelle ist Salomons Tempel nachempfunden, die Decke ist ein flaches Tonnengewölbe und zeigt in Deckenmalereien Szenen aus der Genesis, dem 1. Buch Mose. Dieses gewaltige Gemälde ist wohl eins der berühmtesten Werke von Michelangelo Buonarroti, der die Decke unter größter Anstrengung von 1508 bis 1512 im Auftrag von Papst Julius II bemalte.



Und genau diese Fresken, die fast den gesamten Innenteil schmücken, machen die sixtinische Kapelle so berühmt! Seinerzeit wurden Maler wie Michelangelo Buonarroti, Sandro Botticelli, Pietro Perugino oder Luca Signorelli von theologischen Beratern der franziskanischen Spiritulität angewiesen, welche Szenen und Inhalte auf den jeweiligen Fresken dargestellt werden sollen.

An der Nordwand finden sich sechs Höhepunkte aus dem Leben Jesu Christi, wie z.B. die Taufe, die Versuchung, die Bergpredigt oder das Letzte Abendmahl. Die Südwand hingegen wird von Geschichten aus Moses Leben geschmückt, beispielsweise der Wanderung nach Ägypten, dem Durchzug durch das Rote Meer oder der Übergabe der Gesetzestafeln.

Besonders beeindruckend sind jedoch die neun Deckengemälde nach dem Buch Genesis, die Michelangelo Buonarroti unter größter Anstrengung über vier Jahre hinweg im liegen malte. Es gehören immer drei Felder zusammen: die Schöpfung, dazu gehören die Abschnitte "Die Scheidung von Licht und Finsternis", "Die Erschaffung der Sonne, des Mondes und der Pflanzen" und "Die Scheidung von Himmel und Wasser";

 

Adam und Eva, mit den Abschnitten "Die Erschaffung Adams", "Die Erschaffung Evas", sowie "Die Vertreibung aus dem Paradies" und Noah, mit den Fresken "Das Opfer Noahs", "Die Sintflut" und "Die Trunkenheit Noahs" die alle in lebensgroßen Figuren dargestellt werden. Das berühteste dieser Fresken dürfte der Abschnitt "Die Erschaffung Adams" sein:

adam.jpgMichelangelo Buonarroti: Die Erschaffung Adams

Heutzutage steht die Sixtinische Kapelle Besuchern offen, wenn dort nicht gerade wird das Konklave, die Wahl des Papstes, abgehalten wird.


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Montag, 10. märz 2008

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Der Teelöffel - zu Englisch "teaspoon" - ist lediglich die kleine Form des wohl ältesten Essbestecks der menschlichen Zivilisation, dem Löffel. Der klassische Löffel besteht aus zwei Teilen, dem Stiel und der Laffe, die sich vom althochdeutschen Wort Laffan (Lippe) und dem mittelhochdeutschen laffen (schlürfen) ableitet. Diese "Löffelschale" ist einfach einer schöpfenden Hand nachgebildet und damit ebenso einfach wie genial.


Erste Löffelfunde aus Holz und Knochen reichen bis in die Steinzeit zurück. Im antiken Rom wurde die simple Form durch ein spitzes Ende am Stiel erweitert, um Nahrung wie Muscheln oder Schnecken stilvoll aufspiesen zu können.

Im 15. Jahrhundert entwickelte sich in Deutschland sogar ein Berufszweig namens "Löffelmacherei". Ein echter Löffelmacher schmiedete etwa 40 Löffel pro Tag aus einem Stück und brachte sie dann mit Hilf einer Feile in ihre typische Form. Ab dem 18. Jahrhundert wurden Löffel dann aus Blech geschnitten und kalt in Form gebracht, später wurden die Löffel verzinnt und poliert.

In asiatischen Gebieten werden Löffel aus Keramik oder Porzellan gefertigt und in den meisten Fällen unten abgeflacht, was auf den Brennvorgang zurückzuführen ist.

Für schwefelreiche Lebensmittel, z.B. Kaviar wurden goldene oder Löffel aus Perlmutt angefertigt, die sich weder auf den Geschmack auswirken, noch Verfärbungen unterliegen.

Den Löffel abgeben

Diese Floskel entstand, da Löffel lange Zeit ein sehr kostbarer Besitz waren (oftmals waren sie mit Inschriften und Familienwappen verziert) und daher durch Generationen weitervererbt wurden. Nach dem Tod wurde der Löffel also einfach an den nächsten Nachfolger "abgegeben".

Maßeinheiten

1 TL (Teelöffel) entspricht etwa 5 ml
1 EL (Esslöffel) entspricht etwa 15 ml


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